Anna und Martha. Der dritte Sektor.

von Dea Loher

Gastspiel des Projekttheater Vorarlberg

 

Maria Hofstätter und Martina Spitzer brillieren als bösartiges Schreckschrauben-Duo im Sprechtheater „Anna und Martha. Der dritte Sektor“. Die Racheorgie der beiden in die Jahre gekommenen Dienstmädchen gilt einer in die Kühltruhe verbannten Herrin, aber vor allem einander. „Deine Wehleidigkeit steht im umgekehrten Verhältnis zu deiner Lebensleistung“, verachten Anna und Martha in der jeweils anderen sich selbst, weil sie in ihr das eigene verpfuschte Leben erkennen.

Anna ist eine ausgesprochen kurzsichtige Schneiderin, Martha eine hüftkranke Köchin. Beide sind alt. Alt ist auch Meier Ludwig, der von seinem Hund dargestellte Chauffeur. Lediglich die ausländische Putzfrau Xana scheint nicht Teil des Haus-Inventars zu sein, und es stellt sich die Frage, wo sie, bleich und stumm, überhaupt hingehört.

Sie alle sind Dienstboten – ohne eine Dienstherrin. Denn diese taucht nicht auf. Und sie warten. Warten und erinnern sich, verletzen einander. Durch die Worte, die aus ihnen hervorquellen, schaffen sie sich für Momente ein eigenes Leben. In ihren gnadenlosen Ritualen der Erinnerung und der Bosheit sind sie tragisch und komisch zugleich. Von ihrem Leben geblieben ist ihnen ein gebeugtes Rückgrat, eine kranke Seele und das Gefängnis der eigenen Geschichte. Ein deformiertes Dasein, das nur aus der Distanz betrachtet für Gelächter sorgt.

 

Nach Stücken wie „How much Schatzi?“, das den Nestroypreis 2006 für beste Off-Produktion erhielt, der „Bettleroper“ oder „Vieux Carré“ inszeniert Susanne Lietzow nun „Anna und Martha. Der dritte Sektor“. Das Werk der in Berlin lebenden Dramatikerin Dea Loher wurde 2001 im Thalia Theater Hamburg uraufgeführt.

„Das ist keine Arbeit. Das ist Dienst“, heißt es im Stück. „Anna und Martha“ erzählt nicht nur von der Vergangenheit der Protagonistinnen, sondern auch von Gegenwart und Zukunft jener Menschen, die im „Dritten Sektor“, dem Dienstleistungssektor, im „Dienste“ ihrer Arbeitgeber bzw. deren Kunden stehen. Ihr „Service“ macht den „Success“ der Unternehmen aus. Der Sektor boomt und verspricht die größte Beschäftigungsperspektive der postindustriellen Gesellschaft.

 

Regie: Susanne Lietzow

Kostüm, Bühnenbild, Maske: Marie Luise Lichtenthal

Mit: Maria Hofstätter und Martina Spitzer

 

30. und 31. Oktober 2013

Beginn 20h

 

Kartenvorverkauf in allen Raiffeisen des Landes

und an der Abendkassa

Infos: 0474 412066 oder info@stadttheater.eu

 

Inhaber von Abonnements können Ihre Tickets weiterhin vorab

telefonisch (0474 412102) reservieren und an der Abenkassa abholen.

 

 

 

Pressebericht www.stol.it


 
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