Gastspiel des Caracho Bewegungstheater

 

Der Tag, an dem mein Bein fortging

Momente, die das Leben verändern

 

 

Regie: Werner Brunngräber

Es spielen:  Kiki Rochelt und Gerd Weigel

 

 

Es ist der 12. September 2001. Nicht weit von Susans Wohnung sind die Türme des World Trade Center eingestürzt. Auch Tim, verheiratet, 2 Kinder, wäre normalerweise dort gewesen, im Büro, als die Anschläge geschahen, hätte er auf seinem Weg zur Arbeit nicht kurz bei Susan vorbeigeschaut, seiner Chefin, mit der er seit drei Jahren eine Affäre hat - eine Affäre, dank der beide nun noch einmal davongekommen sind.

Tim sieht in der Katastrophe die Chance für einen bequemen Schlussstrich: sich tot zu stellen, abzutauchen, um mit Susan irgendwo unerkannt von vorne zu beginnen. Doch Susan will nicht, jedenfalls nicht so.

Auf der Basis dieser grotesken Situation ist „Der Tag, an dem mein Bein fort ging“ eine spannende Betrachtung der Momente, die das Leben von einer Sekunde auf die andere entscheidend verändern. Wie kann man mit diesen Momenten umgehen? Kann man sich davor schützen? Wie planbar ist unser Leben? Welche wichtigen Ereignisse unseres Lebens waren wirklich so gedacht, wie sie eingetreten sind?

Bevor Australien entdeckt wurde, waren die Menschen in der Alten Welt überzeugt, alle Schwäne seinen weiß. Diese Überzeugung war unanfechtbar, da sie durch die empirische Evidenz anscheinend völlig bestätigt wurde.

Dann wurde der erste schwarze Schwan gesichtet.

Eine einzige Beobachtung, ein einziger Moment, und die bis hierhin geltende Ordnung wird über den Haufen geworfen.

Die Krebsdiagnose aus heiterem Himmel! Liebe auf den ersten Blick! Der 11. September 2001! 6 Richtige im Lotto! Der Verlust des geliebten Partners!

Der Tag, an dem das Bein fort ging?

 

 

Wir hatten Glück. Oder, genauer gesagt... du. Aber du hast es nicht verdient.

Wovon redest du?

Ich sage nur, es war ein glücklicher Zufall, dass du es einrichten konntest, gestern Morgen hier bei mir zu sein und dir deinen Schwanz lutschen zu lassen, als es passierte... sonst nichts. Stimmt's?

Wahrscheinlich. Ja.

An einem Tag im Jahr sollst du für uns im Büro sein, und du beschließt, dich zu verdrücken, rüber zu kommen, dir einen blasen zu lassen ... nicht übel.

Und?

Und ... im Moment wünschen sich da draußen wahrscheinlich eine Menge Ehefrauen, ihre teuren Verstorbenen hätten unterwegs angehalten, um sich einen netten Latte Macchiato zu gönnen oder im Fotoladen den Film abzugeben, den sie in der Tasche hatten... Scheiße, oder sich sogar für Geld einen blasen zu lassen. Egal was, Hauptsache, sie hätten überlebt. Ich meine, da ist der Kelch echt an dir vorübergegangen.

Das Flugzeug. Das Flugzeug ist an mir vorübergegangen.

Vorsicht mit den Witzen, schon vergessen?

 

 

2. März 2012

 

Beginn 20h

 


 
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Der Tag, an dem mein Bein fortging
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